Zum Jahresende 2024 lebten in Deutschland erfreulicherweise rund 17.900 Menschen, die mindestens hundert Jahre alt waren. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2011 um knapp ein Viertel gestiegen. In nahezu jedem dritten Haushalt leben Menschen der Altersgruppe 65plus. Eine alternde Gesellschaft braucht passende Wohnformen. Ob Umbau, Verkauf, Vermietung oder Umzug – die passende Lösung ist stets individuell und hängt von den persönlichen Lebensumständen ab.
Wenn die Wohnung zur Hürde wird
Mit zunehmendem Alter können Mobilitätseinschränkungen oder gesundheitliche Probleme den Alltag erschweren. Laut Sozialbericht 2024 lebt nur etwa jede sechste Person im Alter zwischen 45 und 90 Jahren in einer barrierearmen Wohnung. Auffällig ist, dass Eigentümer:innen deutlich seltener in barrierearmen Wohnungen leben als Mieter:innen. Besonders Einfamilien-, Reihen- und Zweifamilienhäuser verfügen oft über steile Treppen oder enge Flure, die im Alter zu echten Hindernissen werden können.
Barrierefrei wohnen: Anpassungen für mehr Selbstständigkeit
Eine altersgerechte Wohnsituation fördert die Selbstständigkeit im Alltag, erleichtert soziale Kontakte und ermöglicht individuell angepasste Unterstützungsleistungen. Wer möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, sollte deshalb frühzeitig auf Barrierefreiheit achten.
Empfehlenswert sind unter anderem: • der Abbau von Stufen und Schwellen, • großzügige Bewegungsflächen, • rutschfeste Bodenbeläge sowie • eine helle, blendfreie Beleuchtung.
Die Verbraucherzentrale rät, sich rechtzeitig über Fördermöglichkeiten zu informieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt mit speziellen Krediten den altersgerechten Umbau, beispielsweise von Zugängen zur Wohnung, von Raumaufteilungen und Bädern. Auch alters-gerechte Assistenz-systeme und Smart-home--Anwendungen sowie die Überwindung von Treppen und Stufen werden gefördert.
Wenn das Eigenheim zur Belastung wird
Mitunter kann es sinnvoll sein, das eigene Haus im Alter zu verkaufen oder zu vermieten, beispielsweise wenn es zu groß oder zu pflegeintensiv geworden ist. Auch die Kosten für Sanierung, Umbau oder Instandhaltung können den Ausschlag geben. Wichtig ist, alle Optionen in Ruhe abzuwägen und gegebenenfalls fachlichen Rat einzuholen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Gemeinschaftliche Wohnformen als Alternative
Viele ältere Menschen wünschen sich im Alter mehr Nähe und gegenseitige Unterstützung. Dafür bieten sich gemeinschaftliche Wohnkonzepte wie Betreutes Wohnen, Senioren-Wohngemeinschaften, Pflege-WGs oder Seniorenresidenzen an. Der Umfang von Betreuung und Pflege hängt dabei vom jeweiligen Konzept ab – von selbstständigem Wohnen mit Serviceleistungen bis hin zu vollumfänglicher Pflege. Ein vorbildliches Projekt, „Smartes und altersgerechtes Wohnen im Quartier“, wurde auf der Martha-Insel in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel umgesetzt.
Weitere Informationen
Umfassende Informationen, Tipps und Ansprechpartner rund um das Thema „Wohnen im Alter“ bietet das Serviceportal Zuhause im Alter des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: www.serviceportal-zuhause-im-alter.de
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