Das urbane Leben in der Großstadt bietet Vielfalt, kurze Wege und Karrierechancen, geht jedoch oft mit hohen Lebenshaltungs- und Wohnkosten einher. Pluspunkte sind eine große Auswahl an Arbeitsplätzen, ein breites Kulturangebot sowie eine gute Infrastruktur mit öffentlichem Nahverkehr (ÖPNV) und kurzen Wegen zu Ärzten und Schulen. Als Nachteile werden häufig die hohe Bevölkerungsdichte, teurer Wohnraum, Lärm, schlechte Luft, Platzmangel und wenige Grünflächen direkt vor der Haustür genannt.
Das Leben auf dem Land bietet dagegen viel Platz zum Wohnen und Erholen in der Natur, erfordert jedoch ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität im Alltag. Für das Landleben sprechen ein eigener Garten und die Natur direkt vor der Haustür. Wohnraum ist oft günstiger, und auch die niedrigeren Lebenshaltungskosten wirken sich positiv auf die Lebensqualität aus. Gute Luft, weniger Lärm und ein insgesamt ruhigeres Umfeld sind weitere Pluspunkte. Demgegenüber stehen häufig eine schlechtere Infrastruktur, weite Wege und die starke Abhängigkeit vom Auto. Kulturelle Angebote sind oftmals nur eingeschränkt vorhanden.
Das Leben in der Kleinstadt verbindet häufig die Vorteile beider Welten. Es bietet meist eine ruhigere Umgebung sowie größere Wohnungen oder Häuser zu niedrigeren Preisen als in der Großstadt. Kleinstädte punkten oft mit viel Natur, mehr Ruhe und einem höheren Sicherheitsgefühl. Zudem fördern sie nicht selten ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig können eine geringere Auswahl an Geschäften, Ärzten oder kulturellen Veranstaltungen sowie längere Wege den Alltag erschweren. Auch beruflich sind viele Bewohner von Kleinstädten auf das Auto oder den Zug angewiesen.
Doch pauschalisieren lassen sich die allgemeinen Aussagen zum Leben auf dem Land, in der Kleinstadt oder in der Großstadt nicht. Jede Region ist anders und bietet ihre eigenen Besonderheiten. In Deutschland leben rund 60 Prozent der Menschen in Großstädten. In Kleinstädten wohnen rund 30 Prozent. Die restlichen zehn Prozent entfallen auf Mittelstädte sowie auf ländliche Räume.
Kleinstädte sind grundsätzlich weder bloße Entlastungsräume für Großstädte noch verfügen sie automatisch über ausreichend bezahlbaren Wohnraum. In der öffentlichen Debatte steht häufig die Wohnungsnot in den Metropolen im Mittelpunkt. Kleinstädte erscheinen dabei oft als mögliche Ausweichorte mit vermeintlich entspannten Wohnungsmärkten. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz. Tatsächlich sind Kleinstädte äußerst heterogen: Sie unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Lage, ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, ihrer Wohnungsbestände und ihrer sozialen Strukturen. Darauf weist die Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft hin.
Entscheidend für die Wohn- und Lebensqualität ist letztlich, wie gut eine Gemeinde versorgt ist. Gibt es ausreichend Ärzte und Schulen, schnelles Internet, eine gute Verkehrsanbindung und attraktive Freizeitangebote? Der neue IW-Gemeindecheck hat alle 10.817 Gemeinden Deutschlands verglichen. Dabei schneidet Nordrhein-Westfalen insgesamt am besten ab. Abseits der Metropolen erzielen einige Mittel- und Kleinstädte überraschend gute Bewertungen, ebenso wie verschiedene ostdeutsche Städte. Weitere Informationen sowie eine interaktive Karte finden sich im Internet unter den Stichwörtern „IW-Gemeindecheck“ und „Institut der deutschen Wirtschaft Köln“.
Haben Sie Fragen dazu, wo es in Ihrem Umfeld attraktive Orte gibt, in denen man gut leben kann?
Kontaktieren Sie uns ganz unverbindlich.
Wir beraten Sie gern.
Das könnte Sie auch interessieren: Wie unsere Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben