Nach Einschätzung von Branchenvertretern richtet sich der Blick zunehmend auf das Jahr 2026. Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, erklärte zum Jahresende 2025, dass sich die Erwartungen an eine konjunkturelle Belebung zeitlich verschoben hätten. Die schwächelnde Gesamtwirtschaft wirkt sich zwar auf Kreditvergaben und Rahmenbedingungen aus, dennoch bleibt das Umfeld für private Immobiliengeschäfte vergleichsweise günstig.
Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins in den vergangenen Entscheidungen mehrfach gesenkt. Gleichzeitig bewegen sich die Baufinanzierungszinsen auf einem stabilen Niveau, während die Preise für Wohnimmobilien nur moderat gestiegen sind. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), schätzt, dass die EZB mit ihrer neuen Prognose wieder etwas optimistischer in Bezug auf die europäische Wirtschaft ist. Die Preisstabilität ist nach wie vor gewährleistet. Daher sei die jüngste Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, konsequent und logisch.
Die Inflationsrate ist mit rund zwei Prozent stabil, ebenso hat sich die Kerninflation stabilisiert. In ihrer neuen Prognose erwartet die EZB einen leichten wirtschaftlichen Aufschwung für 2026, vor allem in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Finanzierungsinteressierte die Frage, wie sich der Markt weiterentwickeln wird. Welche Bauzinsen sind im kommenden Jahr realistisch? Wie könnten sich die Immobilienpreise verändern? Welche externen Faktoren beeinflussen die Zinslandschaft?
Rückblickend lagen die besten Konditionen für zehnjährige Baufinanzierungen im Jahr 2025 überwiegend zwischen drei und 3,5 Prozent. Besonders zu Jahresbeginn kam es noch zu spürbaren Ausschlägen, während sich der Markt im weiteren Verlauf deutlich beruhigte. Ab dem Frühjahr waren nur noch geringe Schwankungen zu beobachten, und im letzten Quartal 2025 pendelten sich die Zinsen schließlich bei rund 3,3 Prozent ein.
Fachleute werten diese Entwicklung als neue Normalität. Viele Kaufinteressierte haben sich inzwischen darauf eingestellt, dass dauerhaft sinkende Zinsen nicht zu erwarten sind. Zudem wird das aktuelle Niveau im langfristigen Vergleich weiterhin als attraktiv eingeschätzt.
Experten rechnen für das Jahr 2026 überwiegend mit einer Fortsetzung der seitlichen Bewegung, ergänzt durch einen leichten Aufwärtstrend. Die erwartete Zinsspanne liegt bei etwa 3,1 bis 3,7 Prozent. Diese Einschätzung stützt sich auf robuste wirtschaftliche Grunddaten sowie das Fehlen gravierender Unsicherheiten. Marktteilnehmer gehen von einem moderaten Konjunkturimpuls in der Eurozone und in Deutschland aus. Gleichzeitig könnte die Inflationsrate weiter leicht zurückgehen. Aus heutiger Sicht besteht für die Europäische Zentralbank daher kein akuter Handlungsdruck, den Leitzins kurzfristig anzupassen.
Fazit: Es lohnt sich für Kaufinteressierte ebenso wie für Immobilieneigentümer, die verkaufen wollen, derzeit nicht, auf bessere Rahmenbedingungen zu warten.
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